WIE WANDERN

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wie es sich wandert



Auf dieser Seite sollen einige charakteristische Besonderheiten für das Wandern in Zentralasien beschrieben werden. Bitte sendet Beitraege hierzu über das Forum (s.u.).

Wie miete ich einen Esel?

Wer große Expeditionen vor hat oder einen zu schweren Rucksack im allgemeinen oder einfach gern mit einem Esel Zusammensein will, weil er zuhause keinen hat, der sollte versuchen sich ein Langohr in einem Dorf zu mieten. Das funktioniert meistens so, dass man in einem der letzten Dörfer bevor man in die eigentliche Wildnis einsteigt sich erkundigt, ob jemand bereit ist seinen Esel zu vermieten. D.h. Esel + Führer sind eine Einheit und werden also zusammen gemietet. Mit: Shumo Ischak dored? Initiiert man bei Tadschiken das Geschäft.
Man einigt sich auf einen Tagessatz mit dem Führer. Ist man über mehrere Tage zusammen unterwegs, sollte man zuvor die Essenslage prüfen. Der Führer isst schließlich auch mit.



diarrhoe

Das kann einen leider überall erreichen: der bösartige Durchfall. In der ersten Woche seines Aufenthaltes ist es sinnvoll, kein Leitungswasser, oder Eis oder dergleichen zu konsumieren. Danach hat sich der Körper vielleicht schon an das Gröbste gewöhnt, man ist keinesfalls sicher. Falls man bereits Opfer einer hartnäckigen Diarrhoe geworden ist, kann man von meist nutzlosen europäischen Pharmazieprodukten bis zu Tee aus Wermutblättern (Achtung, nur geringste Mengen!) alles durchprobieren. Solange, bis etwas anschlägt.



Zum ephemeren Transportsystem

Ins Gebirge fahren eigentlich nur Taxis, da es Busse so gut wie nicht gibt - abgesehen von Ausnahmen wenn die Straßen gut sind. Der Weg von Duschanbe nach Chudschand bspw. wird nur von Taxis unternommen, da die Straße für Busse zu schlecht ist. Dasselbe gilt für die meisten anderen Routen in Tadschikistan. Es gibt auch Kleinbusse, Marschrutka s, die viele Strecken befahren und günstiger als die Taxis sind. Um eine solche Fahrt zu unternehmen, muss man die Taxistation (dort starten meist auch die Marschrutka s) herausfinden, von der aus Autos in die betreffende Region fahren. Liegt das Reiseziel im Süden, wird sich der Taxi Treffpunkt auch im Süden des Ausgangsortes befinden. Es ist ratsam dort so früh wie möglich am Abreisetag zu erscheinen. Hat man dann einen Taxisten gefunden (die kritische Prüfung des Fahrers und des Autos ist keine übertriebene Maßnahme) nimmt man im Auto platz und wartet bis der Wagen mit anderen Passagieren und Gepäck vollgeladen ist. Die Fahrt geht erst dann los, wenn der Wagen voll ist. Wer im Auto allein reisen möchte, muss für die fehlenden Personen bezahlen. Ermahnungen an den Fahrer, nicht zu rasen, sollten nicht unterlassen werden! Der volle Fahrtpreis muss erst am Zielort bezahlt werden. Kehrt man von einer Wanderung zurück und trifft auf eine Straße, so wird man von den vorbeikommenden Fahrzeugen mitgenommen. Auf dem Land ist jedes Auto eine Art Taxi, nur darf man das nicht mit Trampen verwechseln.



Übernachten in Dörfern und Städten


1. Möglichst nicht nachts irgendwo ankommen.
2. Es ist sehr sinnvoll Reisebekanntschaften zu schließen. Es ist gut sich bei jedem den man unterwegs antrifft, ausführlich zu erkundigen! Lokale Informationen sind das Beste. Adressen und Ansprechpartner am Zielort sind optimal.
3. In einem Dorf ist es in der Regel gut, nach dem Aksakal, d.h. dem Dorfchef, zu fragen. Meist ist es möglich bei ihm zu übernachten.
4. Es gibt keinen Grund, Einladungen auf der Straße nicht Folge zu leisten.
5. Hat man sich einmal unter die Fittiche eines Gastgebers gegeben, kommt man da nicht so leicht wieder heraus.
6. Dem Gastgeber kann man vertrauen.
7. Mit ihm die Weiterreise planen.
8. Sicher wird der Gastgeber kein Geld für die Übernachtung annehmen. Er kann aber erwarten, dass sich der Gast zukünftig für seine Belange einsetzt.
9. Das Thema Religion war bisher im Dorf für Fremde wenig relevant. Falls man jedoch auf eine Gruppe Mudschaheddin stößt, (was unwahrscheinlich ist) gibt es nichts zu lachen. Besser man wandert nicht dort, wo die Gegend von Bewaffneten infiltriert ist.
10. Da man sich auf die Straßenbeleuchtung nicht verlassen kann, empfiehlt es sich, nachts zu Hause zu bleiben.
11. Vielleicht gibt es ein Radio in der Küche?



Über den Umgang mit Schlangen

Nach Renner. Es gibt einige Arten, aber nur manche sind wirklich gefährlich, so wie der Stschitomordnik/ Mori Sachrdor. Offensichtlich sind ziemlich viele Schlangen giftig. Man muss sich in manchen Gebieten sogar auf die mittelasiatische Kobra einstellen. Jedoch nehmen die Schlangen meist reisaus. Renner zitiert den sowjetischen Schlangenspezialisten: "In Wüsten und Steppen nie in der Nähe von Nagetierhöhlen nächtigen! Besser ist ein freier Platz mit hartem Untergrund. In Bergen und Schluchten Vorsicht in der Nähe von Quellen! Nachtlager nicht neben Wasser und Gestrüpp aufschlagen! Besser sind Lagerplätze auf Anhöhen, die dem wind ausgesetzt sind." (Renner: Biwak, S.82ff.) Bei Schlangenbiß möglichst die Wunde aussaugen, ein bis zwei Stunden, Anstrengungen vermeiden, trinken und einen Arzt aufsuchen.



Pflanzen im Gebirge - Tes Jughan und Kislatschki

Der Tes Jughan ist eine hohe, irgendwie normal aussehende Pflanze, die starke Verbrennungen verursacht. Renner berichtet:
"[..]Der Jughan ähnelt mit seinen zierlichen Stengeln und hellgrünen, feinfaserigen Blattrispen unserem Zierspargel, riecht aber sehr stark und angenehm würzig. Er ist hauptsächlich in zwei Arten vertreten: dem »Tes-Jughan« (Prangos pabularia) und dem »Sehirin-Jughan« (Prangos bucharica). »Tes« bedeutet scharf, durchdringend, »Schiris« - süß, schmackhaft, angenehm. Rein äußerlich unterscheiden sich die beiden Arten fast nicht voneinander. Die etwas dunkleren und weiter auseinanderstehenden Blattrispen des Sehirin-Jughan sind ungefährlich. Diese Staude gibt mit ihrem hohen Eiweißgehalt sogar ein wertvolles Viehfutter ab. Tes-Jughan dagegen ist eine äußerst heimtückische Pflanze. Sie ist besonders im Frühjahr, und dann wieder während der heißen Tageszeit, sehr giftig. Eine bloße Berührung der Rispen oder Knickstellen kann schwere, schmerzhafte Folgen haben. Die Bruchstellen entlassen einen Saft, der die menschliche Haut stark reizt, zur Bildung von Brandblasen und in der Folge zu nässenden, eiternden Wunden führt, die manchmal wochenlang nicht heilen. Zurück bleiben schließlich braunviolette Narben. Die Tadshiken behandeln Jughanverbrennungen mit saurer Milch - ein besseres Mittel wurde auch von der modernen Medizin offenbar bis heute nicht entdeckt! Die Stauden des Jughan werden zwanzig Zentimeter bis zweieinhalb Meter hoch und treten an manchen Stellen in so dichten Beständen auf, daß ihnen kaum auszuweichen ist. Man kann sich nur schützen mit entsprechender Bekleidung von oben bis unten. Jughan besiedelt die Südhänge fast des gesamten Hissarkammes, der Sang-i-Nawischta-Gruppe, des Karategin und ist auch im Pamir anzutreffen. An den Flanken des Alai bildet der Jughan richtige Dschungel. Er blüht Ende Mai bis Juni und entwickelt dabei schöne gelbe Dolden an hohem Stengel, welche selbst ungefährlich sind. Von Anfang bis Mitte Juli ist auch der Tes-Jughan nicht mehr gefärlich, da der ätzende Saft dann vertrocknet ist. Wenn er sich gelb zu färben beginnt, wird er von den Tadshiken mit der Sichel geerntet, in gewaltigen Fudern unters Dach gebracht und im Winter ans Vieh verfüttert." (G. Renner: Biwak, S. 25ff.)

Bergrhababer, Kislatschki. Oft trifft man auf Leute im Gebirge, die riesige Säcke schleppen, in denen sich, wie sich herausstellt, Bergrhabarber befindet. Das ist eine stark behaarte Pflanze mit großen Blättern. Sie sieht aus wie Rhababer, kleiner und grüner, man findet es bis weit oben im Gebirge und es schmeckt immer gut. Es ist sehr anständig diesen Leuten großzügig ein Kilo abzukaufen, da die Bergbauern derzeit fast keine Einkommensquellen haben.




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